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Bunter Vogel!
"Taugenichts" in der Frankfurter Katakombe

"Das ist wahre Universalpoesie!In der Katakombe hat Carola Moritz einen "Taugenichts" inszeniert, der nicht         nur   mit Eichendorffs traumverlorenen lautmalerischen Versen aufwartet,             sondern auch Kriegerisches und Volkstümiches aus der Zeit des Vormärz versammelt   .

Da ist z.B. "Lützows wilde verwegene Jagd" von Karl Theodor Körner zu vernehmen oder die Volksweise "Ich hab die Nacht geträumet", die ziemlich deutlich nach Heinrich Heine Klingt . . . aber später von Brahms und anderen vertont wurde . . . Ein Zeitpanorama der restaurativen Ära . . . nach dem Wiener Kongress geschaffen.
Und der Taugenichts singt. . . . er streicht die Geige, die Eichendorff seinem verwahrlosten Müllerssohn mit auf die Reise gibt.

Als liebenswerter Landstreicher spielt er die Hauptrolle in einem real existierenden Roman, der ihm erst bewusst wird, als ihm die Mitspieler am Ende davon erzählen.
Bis dahin wird er von einem zum anderen weitergereicht: erst mittels Postkutsche in ein Schloss . . . wo er sich in die vermeintliche Gräfin verliebt, dann über Wien auf eine lombarische Burg, schließlich nach Rom und wieder zurück.
Die Regie karikiert diesen exemplarischen Text der deutschen Spätromantik durchaus. Aber sie denunziert ihn nicht.
Im Vordergrund muss sich der deutsche Sehnsuchtsträumer mit allerlei Figuren aus dem Arsenal der Romantik durchschlagen . . . es wimmelt von Gräfinnen und Bediensteten, Studenten und Burschenschaftlern.

Eichendorff musste selbst sein Leben als preußischer Beamter fristen, er wusste also, was er tat . . . die Regie hat sich Steilvorlagen für ihre satirische Lesart herausgepickt und lässt die Adaption bittersüß ausklingen."

                                                                                   FAZ vom 6.10.17
                                                                                  
Der Umriss von Aurelie
"Eine klingende Welt ist die von  Joseph Eichendorffs Taugenichts -

daran hat nicht nur seine Geige Anteil . . . Taugenichts muss sich zum Faulenzen aufgerufen fühlen; bei Eichendorff lässt sich das mit dem Reisen durchaus verbinden: der junge Mann wird gleich auf einen Kutschbock eingeladen.
Mit viel Musik und Gesang hat Carola Moritz die Novelle fürs Theater Die Katakombe eingerichtet . . . Die Färbung ist wie bei Eichendorff überwiegend hell, licht, sorglos heiter . . . Und ein Happy End, nein, mehrere Happy Ends gibt es auch, nach dem fröhlich vorgetragenen Muster: Entdeckung, Reue, Versöhnung. . .
ein Traum, ein kleines Märchen, mit Pause ein knapp zweistündiger Bilderbogen . ."                                                            Frankfurter Rundsch
au vom  28.9.17