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Die Leiden des jungen Werthers

von Johann Wolfgang Goethe

Dramatisierte Fassung

"Versuch Nr. 279", wie das Ensembke der Katakombe seine Arbeiten bescheiden durchzählt, ist geglückt. Die dramatisierte Fassung der "Leiden des jungen Werthers" ist sowohl schauspielerisch, als auch von der Konzeption her ein äußerst schlüssiges Stück Theater. Die Regisseurin Carola Moritz hat aus dem Briefroman einen spielbaren Handlungsstrang herausdestilliert, der nicht die vergeblich Anstrengung unternimmt, den Text in seiner Gänze auf die Bühne zu bringen. Vielmehr konzentriert sie sich auf einige entscheidende Motive, die Goethes Werk durchziehen. Erstaunlich, dass sich dennoch der Eindruck einstellt, man habe ein vollständiges, rundes Stück gesehen. So etwas nennt man gelungene Dramaturgie… wie überhaupt die gesamte Aufführung von einer sehr differenzierten und intensiven Spielweise geprägt ist.

Das Ende – Werther stürzt sich durch ein Transparent und verzuckt auf dem Boden – ist sehr blutig und vielleicht allzu pathetisch geraaten. Die "Vier Jahreszeiten" als musikalische Umrahmung wirken seltsam banal zu dieser eigenen und klugen Inszenierung, die aber zu den erfreulichsten Ereignissen im Frankfurter Goethejahr gezählt werden kann.