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Irrungen, Wirrungen

Eine deutsche Alltagsgeschichte nach dem Roman von Theodor Fontane

Ein Mitinhaber der "Vossischen Zeitung", in der Fontanes Roman 1887 abgedruckt wurde, sprach von "Hurengeschichten". Die vornehme Gesellschaft sah sich in ihren Konventionen getroffen, mehr noch: in ihren konventionellen Lügen.
Theodor Fontane an seinen Sohn, 8. September 1887:
"...Wir stecken ja bis über die Ohren in allerhand konventioneller Lüge und sollten uns schämen über die Heuchelei, die wir treiben ... Gibt es denn, ausser ein paar Nachmittagspredigern, in deren Seelen ich auch nicht hineingucken mag, gibt es ausser ein paar solchen fragwürdigen Ausnahmen noch irgendeinen Menschen, der sich über eine Schneidermamsell mit einem freien Liebesverhältnis wirklich moralisch entrüstet? ...

Auch wenn es heute keine Standesgesellschaft im damaligen Sinne mehr gibt, erscheint das Thema doch aktuell: Wer passt zu mir? Will ich heiraten? Wo und wie finde ich die Traumfrau, den Traummann? Suche ich jemanden aus der gleichen sozialen Schicht? Wie sieht eine glückliche Beziehung aus, wieviel Ehrlichkeit verträgt sie?

Fontanes Blick auf die Liebe zeigt sehr klar, inwieweit sich gesellschaftliche Veränderungen und Rahmenbedingungen auf das private Leben des Einzelnen auswirken. Er beschreibtr mit genauer Ironie das Berlin der Gründerzeit, den preußischen Militarismus, die Gesellschaftsschichten. Vor diesem Hintergrund kann die Liebe zwischen Lene Nimptsch und Botho von Rienäcker, ihrem Baron, keinen Bestand haben.