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Frau Jenny Treibel

von Theodor Fontane

Theodor Fontane nimmt in seinem Roman Frau Jenny Treibel das Gesellschaftsleben eines elitären Bürgertums auf die Schippe, dem Besitz immer wichtiger ist als Bildung. Niemand verkörpert das hochmütige und hohle Verhalten dieser neuen bourgeoisen Schicht besser als die Fabrikantengattin Jenny Treibel. Der Reichtum Ihres Mannes, des jovialen Fabrikanten, gründet sich auf Berlinerblau, mit dem die Uniformen der preußischen Armee eingefärbt werden. Seine selber aus kleinen Verhältnissen auf aufgestiegene Frau Jenny, geborene Bürstenbinder, will mit allen Mitteln die Verheiratung ihres Sohnes Leopold mit einer "unwürdigen" Professorentochter verhindern. In dieser Corinna Schmidt erwächst ihre eine junge Gegenspielerin, Vertreterin einer kritischen Intelligenz, die zwar als Aushängeschild im Hause Treibel gern gesehen ist, als mögliche Schwiegertochter jedoch auf entschiedene Ablehnung stößt.
Doch auch die Sphäre des Bildungsbürgertums verkörpert durch Professor Schmidt, Jennys Jugendliebe, wird durchaus ironisch betrachtet: letztendlich sind Besitz- und Bildungsbürgertum nur die zwei Seiten der Medaille, die Bourgeoisie heißt.
" Eine humoristische Verhöhnung unserer Bourgeoisie, die doch nur einen Gott und ein Interesse kennt: das goldene Kalb"  Theodor Fontane