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Orpheus in der Unterwelt

Opera comique von Jacques Offenbach

Orpheus, Leiter des Konservatoriums in Theben und seine Frau Euridice gehen lang schon getrennte Wege. Er schwärmt für drittklassige Nymphen, sie für schmachtende Schäfer. So ist er überaus erfreut, - très enchanté - als sich Euridice's Galan als Chef der Unterwelt entpuppt und sie dorthin entführt. Endlich frei! Doch die öffentliche Meinung zwingt Orpheus von Jupiter die verlorene Gattin zurückzuerbitten. Schliesslich geht Moral vor Liebe. Jupiter, von Gemahlin Juno selbst des Raubes an Euridice verdächtigt macht sich auf den Weg, begleitet von sämtlichen Göttern, die sich vom Trip in die Unterwelt Abwechslung vom ewigen Himmelblau, Ambrosia und gähnender Langeweile erhoffen.

In der Hölle langweilt sich derweil Euridice,von Pluto alleingelassen, bewacht von seinem Faktotum Styx. Sie sehnt sich schon fast nach ihrem Mann zurück. Jupiter spürt sie auf und nähert sich ihr in Gestalt einer Fliege. Er verführt sie summend und will das große Höllenfest, - Cancan inklusive! -das Pluto den Göttern zu Ehren gibt nutzen, um mit ihr zu entkommen. Doch die öffentliche Meinung, mit Orpheus im Schlepptau naht und fordert: Euridice dem Gatten! Jupiter bleibt nur noch, die Bedingung zu stellen, dass Orpheus sich auf dem Weg zurück in die Welt nicht nach seiner Frau umdrehen dürfe. Fast ist es geschafft, die öffentliche Meinung triumphiert schon, da schleudert Jupiter einen Blitz gen Orpheus, dieser zuckt unwillkürlich zusammen und dreht sich um! Euridice ist perdu, doch auch die rivalisierenden Götter Pluto und Jupiter gehen leer aus, sie wird zur Bacchantin ernannt. So steht es nicht im Geschichtsbuch? Alors, schreiben wir die Geschichte um! . . .

mit anderen Worten: Offenbach hat nichts und niemanden geschont. Nicht bestimmte Einzelheiten nimmt er unter seinen parodistischen Beschuss, sondern das System als Ganzes. Und gerade durch diesen universalen Aktionsradius , durch diese Weite der grotest-anklagenden Verallgemeinerungen, hebt sich Offenbach aus der Reihe der Nur-Operettenkomponisten heraus und stellt sich in die Phalanx der großen Satiriker - Aristophanes', Rabelais', Swifts, Voltaires, Daumiers und anderer . . . . . .

scheint uns nicht, als ob wir bei den ersten Klängen dieses rasenden Orchesters eine ganze Gesellschaft mit einem Ruck aufspringen und sich blindlings in den Tanz stürzen sähen? - Beim ersten Bogenstrich, der die Götter des Olymps und der Unterwelt in Bewegung setzte, schien es, als würde die Menge von einem gewaltigen Stoß erschüttert und als geriete das ganze Jahrhundert mit seinen Regierungen, Institutionen, Sitten und Gesetzen in den Wirbel einer ungeheuren, allumfassenden Sarabande . . .